Jede Unterbrechung der Thoraxkompressionen (Herzdruckmassage) im Rahmen der Reanimation verschlechtert die Überlebenschancen von Patienten. Die aktuellen Guidelines empfehlen eine Unterbrechung für max. 10 Sekunden nur für ganz spezielle Interventionen. Wenn die Thoraxkompressionen unterbrochen werden, gibt es nach der Wiederaufnahme in der Regel eine Verzögerung von etwa 30 Sekunden, bis der vorherige koronare Perfusionsdruck wieder erreicht ist. Da selbst unter den besten Voraussetzungen mit der manuellen CPR nur 30 Prozent des normalen koronaren und zerebralen Blutflusses erreicht werden, lässt sich der negative Einfluss einer Unterbrechung der Thoraxkompressionen auf ein positives Outcome vorhersehen.
Die neuen Reanimationsempfehlungen stellen deshalb auch an die endotracheale Intubation als Atemwegssicherung besondere Anforderungen. So sollte diese ohne Unterbrechung der Thoraxkompressionen und »nur von professionellen Helfern durchgeführt werden, der in dieser Technik gut ausgebildet ist und regelmäßige Erfahrungen in der Anwendung hat«, erfolgen. Damit könnte die Verwendung eines automatisierten externen Defibrillator (AED) von Nachteil sein.
Eine Unterbrechung der CPR (cardiopulmonary resuscitation) ergibt sich in der AED-typischen Vorbereitungsphase der Defibrillation. Die Ersthelfer unterbrechen die Thoraxkompressionen, während der AED eine softwaregesteuerte Analyse des EKG vornimmt und sich gegebenenfalls auf die Applikation der Stromstöße vorbereitet. Eine Studie des Resuscitation Outcomes Consortium, ein Zusammenschluss von 11 Zentren aus den USA und Kanada, zeigt nun, dass die Dauer dieser Vorbereitungsphase die Prognose der Patienten negativ beeinflusst.
Die Studie beschreibt, dass eine Unterbrechung der Thoraxkompressionen von mehr als 20 Sekunden die Überlebenschancen um mehr als die Hälfte senkt. Jede Verzögerung um 5 Sekunden minderte die Überlebensrate um 14 bis 18 Prozent. Die American Heart Association rät dazu, die Prä-Schock-Pause kurz zu halten. Als optimal wird eine Unterbrechung von 5 Sekunden bezeichnet. Die 2010-Guidelines des ERC raten professionellen Helfern zur Anwendung eines manuellen Defibrillators oder zu einem AED im manuellen Modus (dabei wird die EKG-Analyse dem Anwender überlassen) um die Prä–Schock–Pause so kurz wie nur möglich zu halten.


