Erweiterte Maßnahmen der Reanimation (ALS)
Der Algorithmus des Advanced Life Support, die erweiterten Maßnahmen, beinhaltet zusätzlich zu den BLS-Maßnahmen das Airway-Management und die intravenöse bzw. intraösare Medikamentenapplikation. Im Praxisnotfallmanagement bestimmt der ALS zusätzliche ärztliche Maßnahmen bis zur Übergabe an den Rettungsdienst. Im Bereich des Airway-Managements können diese auch von trainierten nichtärztlichen Helfern übernommen werden. Was zu einer signifikanten Reduzierung der No-flow-time führt und die Überlebenswahrscheinlichkeit steigen lässt.
Basismaßnahmen der Reanimation (BLS)
Als Basismaßnahmen beim Herz-Kreislaufstillstand werden Maßnahmen bezeichnet die jederzeit, ohne Hilfsmittel und ohne Voraussetzungen an eine notfallmedizinische Qualifikation, angewendet werden können. Darunter versteht sich die Aufrechterhaltung von Atmung und Kreislauf durch »Hand anlegen«. Zusätzlich kann zu den Basismaßnahmen der Notruf oder innerklinisch die Alarmierung des Medical Teams gezählt werden. Sie zählt zur Grundlage einer Herz-Lungen-Wiederbelebung, unabhängig der Professionalität der Anwender.
Crisis Resource Management
Crisis Resource Management (CRM) ist (nach David Gaba, Stanford) »die Fähigkeit, das Wissen, was getan werden muss, auch unter den ungünstigen und unübersichtlichen Bedingungen der Realität eines medizinischen Notfalls in effektive Maßnahmen im Team umzusetzen. CRM dient zur Prävention und zum Management von kritischen Ereignissen in Teams. Über 70% der Ursachen von Zwischenfällen sind auf Defizite im Bereich der »Human factors« zurückzuführen. Ein CRM-basiertes Simulations-Team-Training mit videogestützten Nachbesprechungen erweist sich als effektiv und nachhaltig.
CRM-Kreislauf - Kommunikation ist der Mittelpunkt
Der CRM-Kreislauf: Die Kommunikation ist der Mittelpunkt zwischen den Komponenten der Human-Factors, die in komplexen Situationen für die Handlungssicherheit des Einzelnen stehen. Jeder Punkt des CRM-Kreislaufs ist notwendig, aber nur gemeinsam sind sie wirksam. Ohne ausreichende Kommunikation innerhalb des Prozesses zerfällt der Team-Kreislauf in individualisiertes Handeln.
Analyse des Notfall-EKG
Die schnelle präklinische Analyse des EKG-Bildes durch den anwesenden Arzt ist ein Schlüssel zur erfolgreichen Einleitung erweiterter notfallmedizinischer Maßnahmen. Das Fortbildungsmodul »Analyse des Notfall-EKG« zeigt die verschiedenen Ableitungen des EKG und gibt Tipps zur schnellen Beurteilung. Mit unserem EKG-Simulator können mehr als 25 der häufigsten Notfall-EKG-Bilder auf jegliches EKG-Gerät simuliert werden. Nach der Darstellung werden Hinweise zur Beurteilung von Herzrhythmusstörungen unter Notfallbedingungen gegeben.
CRM-Training mit Videoanalyse
Im Notfall spielt die Kommunikations- und Teamfähigkeit eine zentrale Rolle. Es ist wichtig zu erkennen, dass in komplexen Arbeitsumgebungen meist nicht ein Fehler die Ursache eines Zwischenfalls ist, sondern viele latente Ursachen zu Fehler führen. In nur 30 % der Zwischenfälle finden sich die tatsächlichen Ursachen in mangelndem medizinischen Fachwissen oder bei Fertigkeitsdefiziten. Die Gründe liegen beim Teamwork, der Kommunikation und der Entscheidungsfindung. Die Videoanalyse hilft, die persönlichen Kommunikations- und Interaktionsfähigkeiten aus der dritten Person eigenständig zu betrachten.
Larynxtubus (LTS) setzt sich präklinisch durch
Der Larynxtubus stellt bei der Beatmung von Notfallpatienten während eines Herz-Kreislauf-Stillstandes eine wichtige Alternative zur Masken-Beutel-Beatmung und endotrachealen Intubation dar. Supraglottische Hilfsmittel sind der Masken-Beutel-Beatmung hinsichtlich der Effektivität im Bemühen um eine suffiziente Beatmung überlegen. Insbesondere für den ungeübten und unerfahrenen Anwender kann der Larynxtubus durch seine einfache und sichere Handhabung die zeitliche Latenz bis zur Atemwegssicherung während der Reanimation deutlich verkürze
AEDs sind heutzutage kinderleicht zu bedienen
In der Laienanwendung konnte schon 2001 aufgezeigt werden, dass nach einem 12-minütigen Videotraining qualifizierte Testpersonen, aber auch nicht ausgebildete Laienhelfer zu fast 90% in der Lage waren, mit einem AED innerhalb von 90 Sekunden den ersten Defibrillationsschock abzugeben. Im direkten Vergleich der Altersklassen gelang es den Zweihelfergruppen von Schülerinnen und Schüler der 6. und der 10. Jahrgangsstufe mit durchschnittlich 72 Sek am schnellsten.
Herzdruckmassage steht im Vordergrund
In der 2010-Leitlinie wird die unterbrechnungsfreie, optimal ausgeführte Herzdruckmassage noch stärker in den Fokus gegrückt: Alle »erweiterten« Maßnahmen sollen unterbrechnungsfrei erfolgen, beziehungsweise sich in einem Zeitfenster von maximal 10 Sekunden bewegen. Diese Vorgabe lässt den erfahrenen »Retter« insbesondere im Bezug auf das Airway-Management im Rahmen einer Reanimation aufsehen.
Defibrillation nach der ERC-Leitlinie 2010
Der Stellenwert der Defibrillation innerhalb der Rettungskette wird auch in der ERC-Leitlinie 2010 hervorgehoben. In der Einleitung schreiben die Autoren, dass durch die Defibrillation innerhalb von 3 Minuten nach dem mechanischem Herzstillstand eine Überlebensrate bis zur Krankenhausentlassung von bis zu 75% zu beobachten ist. Die Leitlinie empfiehlt, alle professionelle Helfer in der Technik der Defibrillation zu schulen.

