Erweiterte Maßnahmen der Reanimation (ALS)

Erweiterte Maßnahmen der Reanimation (ALS)

Der Algorithmus des Advanced Life Support, die erweiterten Maßnahmen, beinhaltet zusätzlich zu den BLS-Maßnahmen das Airway-Management und die intravenöse bzw. intraösare Medikamentenapplikation. Im Praxisnotfallmanagement bestimmt der ALS zusätzliche ärztliche Maßnahmen bis zur Übergabe an den Rettungsdienst. Im Bereich des Airway-Managements können diese auch von trainierten nichtärztlichen Helfern übernommen werden. Was zu einer signifikanten Reduzierung der No-flow-time führt und die Überlebenswahrscheinlichkeit steigen lässt.

Basismaßnahmen der Reanimation (BLS)

Basismaßnahmen der Reanimation (BLS)

Als Basismaßnahmen beim Herz-Kreislaufstillstand werden Maßnahmen bezeichnet die jederzeit, ohne Hilfsmittel und ohne Voraussetzungen an eine notfallmedizinische Qualifikation, angewendet werden können. Darunter versteht sich die Aufrechterhaltung von Atmung und Kreislauf durch »Hand anlegen«. Zusätzlich kann zu den Basismaßnahmen der Notruf oder innerklinisch die Alarmierung des Medical Teams gezählt werden. Sie zählt zur Grundlage einer Herz-Lungen-Wiederbelebung, unabhängig der Professionalität der Anwender.

AEDs sind heute kinderleicht zu bedienen

AEDs sind heutzutage kinderleicht zu bedienen

In der Laienanwendung konnte schon 2001 aufgezeigt werden, dass nach einem 12-minütigen Videotraining qualifizierte Testpersonen, aber auch nicht ausgebildete Laienhelfer zu fast 90% in der Lage waren, mit einem AED innerhalb von 90 Sekunden den ersten Defibrillationsschock abzugeben. Im direkten Vergleich der Altersklassen gelang es den Zweihelfergruppen von Schülerinnen und Schüler der 6. und der 10. Jahrgangsstufe mit durchschnittlich 72 Sek am schnellsten.

Die unterbrechnungsfreie, optimal ausgeführte Herzdruckmassage steht im Fokus

Herzdruckmassage steht im Vordergrund

In der 2010-Leitlinie wird die unterbrechnungsfreie, optimal ausgeführte Herzdruckmassage noch stärker in den Fokus gegrückt: Alle »erweiterten« Maßnahmen sollen unterbrechnungsfrei erfolgen, beziehungsweise sich in einem Zeitfenster von maximal 10 Sekunden bewegen. Diese Vorgabe lässt den erfahrenen »Retter« insbesondere im Bezug auf das Airway-Management im Rahmen einer Reanimation aufsehen.

Defibrillation nach der Leitlinie 2010

Defibrillation nach der ERC-Leitlinie 2010

Der Stellenwert der Defibrillation innerhalb der Rettungskette wird auch in der ERC-Leitlinie 2010 hervorgehoben. In der Einleitung schreiben die Autoren, dass durch die Defibrillation innerhalb von 3 Minuten nach dem mechanischem Herzstillstand eine Überlebensrate bis zur Krankenhausentlassung von bis zu 75% zu beobachten ist. Die Leitlinie empfiehlt, alle professionelle Helfer in der Technik der Defibrillation zu schulen.

ILCOR

ILCOR, CoSTR, ERC, AHA...

Seit 2000 veröffentlicht die ILCOR alle fünf Jahre einen International Consensus on CPR and ECC Science with Treatment (CoSTR). Für diesen Konsensus werden durch die eingebundenen Organisationen alle vorhandenen wissenschaftlichen Fakten zusammentragen und ausgewertet. Auf der Grundlage dieser internationalen Empfehlungen veröffentlichen die länderspezifischen Fachgesellschaften letztendlich ihre (individuellen) Leitlinien.

Erste Leitlinie zur Reanimation

Die erste Leitlinie wurde 1961 veröffentlicht

Den ersten übergreifenden Konsens zur ABC-Regel fand man 1961 auf dem “Symposium on Emergency Resuscitation” in Norwegen. Fünf Jahre später veröffentlichte das Journal of the American Medical Association (JAMA) die erweiterten ABCD-Regeln (D: Defibrillation). Als Verhältnis zwischen der Herzdruckmassage und Beatmungen wurde damals 15:2 in der Einhelfermethode und 5:1 in der Zweihelfermethode angegeben, welche bis 2005 bestand haben sollten.

Geschichte der Reanimation

Geschichte der Herz-Lungen-Wiederbelebung

Neben der Stimulation oder dem manuellen Druck auf das Abdomen wurden bis etwa 1950 ausschließlich mit Beatmungstechniken – vom Blasebalg bis hin zur rektalen Begasung mit Tabakrauch – experimentelle Wiederbelebungsversuche durchgeführt. Die physiologische Abhängigkeit von Herzfunktion und Atmung sollte erst später erkannt werden. Eher zufällig entdeckte William Kouwenhoven (1886–1975) in den 60ern die Systematik einer Herzdruckmassage.